St. Katharina, Sarnen: Restaurierung der Tafelbilder von Sebastian Gysig

Die 1573 gestiftete beschauliche St. Katharina Kapelle, ist immer einen Besuch wert. Die Tafelgemälde aus der Hand Sebastian Gysig sind schöne Beispiel seines Schaffens, die nach der Restaurierung die ursprüngliche Pracht der Kapelle erahnen lassen.

Die beschauliche kleine Kapelle St. Katharina oberhalb der Pfarrkirche St.Theodul in Sachseln wurde 1626 geweiht. Neben dem reich geschnitzten und mit Tafelgemälden ausgestatteten Altar wurde die St. Katharina Kapelle mit grossformatigen Tafelbildern und Gemälden, die Szenen aus der Legende der Heiligen Katharina von Alexandrien darstellen, ausgestattet.
Der Holzträger der Tafelmalerei war grundsätzlich in einem guten Zustand, lediglich kam es – vermutlich in Folge von ungünstigen Klimabedingungen – zu Bewegungen im Träger, welche zu Rissen führten. Die Risse waren bereits 1947 vorhanden, sie wurden von V.C. Rotthoff ausgeholzt und retuschiert. Die Retuschen von 1830 und von 1947 hatten sich stark verdunkelt, so dass sie störend wirkten. Der vorhandene, dick aufgetragene Firnis war stark vergilbt und un-gleichmässig krepiert.
Die Tafelbilder wurden vorgängig trocken gereinigt. Die stark vergilbten Firnisse sowie die verfärbten Retuschen von V. C. Rothoff und von Balthasar Heymann konnten mit Lösemittel gelöst und entfernt werden. Der Zustand und die Farbbrillanz der originalen Malerei waren, nach der Abnahme der vergilbten Firnisse und der Retuschen, erstaunlich gut. Kleine und partielle Malschichtverluste wurden mit Aquarellfarben retuschiert. Die instabilen Ausholzungen von 1947 wurden entfernt. Das Schliessen der Risse und Fugen durch Zusammenschieben und Verleimen der einzelnen Bretter wäre mit Schäden an den Täfern und Verkleidungen verbunden gewesen und wurde deshalb unterlassen. Abschliessend wurden die Tafelbilder gefirnisst.
STANDORT
Kapelle St. Katharina, Flüelistrasse, 6072 Sachseln 
DATIERUNG
1628 Sebastian Gysig (*1573 Stans, † 1649  Sarnen)
LEISTUNG
Konservierung und Restaurierung  
GESCHICHTE
1830 Überarbeitung der Tafelbilder durch Balthasar Heymann 
1947 Restaurierung der Tafelbilder durch V.C. Rotthoff
2020 Restaurierung der Tafelbilder, Stöckli AG Stans 
AUSFÜHRUNG
2020